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Die Anstalt vom 14.07.2020

MindHacking® -  Ep. 23 - Kognitive Dissonanzen in der Anstalt vom 14.07.2020

Warum wir fehlbaren Menschen Straßennamen widmen und warum nicht jeder zum Verschwörungstheoretiker geboren ist.

 

Hier kannst Du den Audiocast anhören:

Hier die Folge aus der Anstalt vom 14.07.2020:

  

 

Es folgt ein automatisch erstelltes Transkript des Audiobeitrags, um den Suchmaschinen die Indizierung zu erleichtern. Es wird nicht überarbeitet, weil es zu lustig ist was die KI so von dem versteht, was ich so sage.

 

Transcript

 

 

[0:23] Hallo liebe Freunde der persönlichen Veränderung. Heute gibt es eine neue in einer artigen Atmosphäre
Deswegen gibt es heute nichts über Viren oder Sterblichkeitsraten und Todesarten zu hören, sondern wir konzentrieren uns auf etwas ganz anderes, ein.
Genuin psychologisches Thema, der kognitiven Dissonanz.
Und inspiriert zu diesem Thema hat mich die letzte Folge die Anstalt, in der es ähm primär darum ging.
Wie man mit dem Erbe ähm und der Geschichte im Alltag umgehen soll.

[1:08] Ja, vielleicht eher anders. Also, es ging darum, dass in deutschen Städten.
Viele Straßennamen oder Denkmäler an Personen erinnern, die neben vielleicht.
Ähm herausragenden Leistung auch großen Blödsinn verzapft haben. Okay, großer Blitz, wenn es vielleicht auch noch etwas,
untertrieben. Es gibt einfach Straßennamen
die auf Rassisten und Mörder verweisen. Und ähm in der Anstalt wird darüber diskutiert, ob es nicht sinnvoll wäre, diese Straßennamen, die also nachgewiesen und ähm bewiesenermaßen, Mördern oder Massen, Mördern, die Ehre erweisen, ob man diese Straßen haben
nicht einfach ändern sollte. Dann geht es aber auch weiter darum, dass Denkmäler von Menschen.

[2:04] Ähm in den Städten stehen, die äh auch zweifelhafte und ähm rassistische oder Sexistische Thesen veröffentlicht haben.

[2:19] Also, Menschen, wo man sagen kann, ihr Erbe ist umstritten, sie haben tatsächlich ähm gute Sachen veröffentlicht und wichtige Thesen und Beiträge für die Gesellschaft geleistet, aber aus heutiger Sicht
auch Thesen vertreten, die wir heute ablehnen würden
Also zum Beispiel rassistische, sexistische Homophobe oder antisemitische Thesen.

[2:43] Die Anstalt konzentriert sich dabei vor allen Dingen darauf zu argumentieren.
Eine bestimmte Person, ähm zweifelhafte Positionen vertreten hat und ob es der Gesellschaft zumutbar ist, die Kosten für eine Umbenennung eines Straßenzugs zu übernehmen oder ähm dass.

[3:02] Vielleicht auch.
Eine bestimmte äh Population ähm es überhaupt nicht für nötig empfindet, äh sich von den Thesen zu distanzieren.
Ich möchte mich hier auf einen anderen Aspekt ähm dieses Problemfeldes konzentrieren.
Warum haben wir überhaupt das Bedürfnis, Straßenzüge, nach Personen zu benennen? Und Denkmäler für Personen aufzustellen.
Das Problem ist ja, wenn ich jetzt äh die ähm Namen.

[3:38] Austausche und mit heutigen Helden äh.

[3:44] Ersetze, dann habe ich vielleicht in hundert Jahren wieder das gleiche Problem, dass,
dann die äh Moral sich verändert haben wird und bestimmte Sachen, ähm die die Personen heute für richtig halten und geäußert haben, in vielleicht,
hundert Jahren vielleicht auch schon in fünfzehn Jahren nicht mehr der ähm Meinung entsprechen und dem moralischen Standard der Zeit entsprechen und dann wieder die Namen geändert werden müssen.
Auch wenn vielleicht bestimmte Gedanken und bestimmte Handlungen, für die Gemeinschaft weiterhin Bestand haben könnten und wertvoll sein werden.
Meiner Meinung nach, besteht darin ja schon das Problem, dass Teile der Gesellschaft oder Teile der Bevölkerung oder auch die ähm.

[4:34] Äh die Art und Weise, wie die Gesellschaft konstituiert ist.
Immer diese Clorifizierung von Personen benötigt, diesen Helden Epos benötigt, die Personifizierung des guten und des Helden ähm vorantreibt.
Und entscheidend ist auch
großes Bedürfnis bei den Menschen gibt, solche Identifikationspersonen zu haben, die sie glorifizieren können, die sie auf den Sockel stellen können, nach denen sie Namen, äh Straßennamen benennen können.
Und dabei ist eigentlich von Anfang an klar, dass es nicht sein kann, dass eine Person, ein Musiker, ein Sportler, ein Wissenschaftler, diese.

[5:19] Ähm einzigartigkeit besitzt, tatsächlich als ganze Person so verehrenswert zu sein, dass man
ähm keine negativen Seiten an ihm finden könnte, an denen man sich reiben würde. Man muss schon wahrscheinlich zu Lebzeiten die Augen zumachen, gegenüber bestimmten Eigenschaften, die man als kritisch empfindet
Es ist so ein bisschen wie.
Die Abhängigkeit, der Kinder von ihren Eltern, solange Kinder in einem Alter sind, wo sie von den Eltern,
existenziell abhängig sind, können sie sich nicht leisten, auch die negativen Aspekte und Eigenschaften in den Eltern zu sehen, weil es sie verunsichern würde und ihre Existenz bedrohen würde,
Das heißt, die Eltern müssen plorifiziert werden, als etwas, was.
Nur gut ist, auch wenn die Eltern gewalttätig und ähm missbrauchend gegenüber den Kindern sind. Und diese.

[6:23] Ähm diese Fähigkeit quasi, das Negative aus diesen Bezugspersonen rauszufiltern, zu ignorieren.
Diese Fähigkeit wird weitergeführt in der chlorifizierung ähm der Helden und ähm,
dem Wunsch bestimmte Personen als nur gut zu sehen, in Straßen zu widmen und Denkmäler zu stellen.
Aber in Wirklichkeit gibt es natürlich diese Person nicht, die nur gut sind.
Aber auch nicht die Person, die nur böse sind. Aber unser Gehirn hat ein Problem damit, diese Differenzierung zu machen.

[7:04] In der Psychologie nennt man dieses Phänomen kognitive Dissonanz. In dem Moment, wo ich einer Person,
die ich aus einem bestimmten Grund wertschätze, zum Beispiel, weil er ein toller Musiker ist, in einem anderen Bereich, zum Beispiel begegne und dort äußert er oblematische, politische Einstellungen.
Dann komme ich in ein Problem. Ich komme in ähm.
Ein Interpretationsproblem. Das Bedürfnis quasi dieser konkreten.
Ein eine konkurrente Person haben zu wollen, die gut ist, zwingt mich quasi dazu, entweder.
Die äh musikalischen Fähigkeiten herabzuwürdigen.
Und zu sagen, ja, wenn er politisch ähm so mies drauf ist, dann äh gefällt mir seine Musik auch nicht mehr. Oder andersrum die Gefahr ist groß, dass ich sage, weil er für mich als Musiker so wertvoll ist,
akzeptiere ich auch seine politischen Ansichten.

[8:09] Es ist sehr schwer für Menschen dieser Unterscheidung zu machen und zu sagen, ich liebe ihn als Musiker, aber seine politische Meinung ist äh unter aller Sau.
Und hier gibt es eine große Gefahr, die zum Beispiel in der Werbung und der Propaganda häufig ausgenutzt wird.

[8:29] Kaum jemand führte auf die Idee kommen, wenn er medizinisches Problem hat.
Irgendwie eine Verkäuferin an der Ecke zu fragen, ähm wie ihre Einstellung denn zur Chemotherapie ist und danach dann das eigene Handeln auszurichten.
Wenn allerdings eine Sängerin
schon sehr bekannt ist und viele Fans hat und die eine positive Beziehung zu dieser Sängerin aufgebaut haben. Was ja eine mentale Arbeit ist, Arbeitsleistung, Energie verbraucht, wenn ich über viele Jahre eine Musik höre von, äh, von einer Sängerin. Und diese Sängerin
dann plötzlich politische Äußerungen macht, dann ist es wahrscheinlich, dass viele Menschen, diese politischen Äußerungen auch.
Als ernst zu nehmender Ansehen und ihn mehr ähm Wahrheitsgehalt zuordnen.
Als wenn äh sie von einer unbekannten Person diese gleichen Informationen bekommen hätten
Das funktioniert natürlich auch bei Kochbuchautoren oder bei Nachrichtensprechern, die dann ins Bundeskanzleramt wechseln und dort ähm Sprecher der Regierung werden.

[9:47] Für Menschen ist es extrem schwierig, diese Kontext und situativen Unterscheidungen zu machen oder
sogar themenspezifische Unterscheiden umzumachen, zu sagen, dieser Koch kann sehr gut kochen, aber von Verschwörungstheorien hat er überhaupt keine Ahnung, oder vielleicht hat er von bestimmten Verschwörungstheorien Ahnung, aber von anderen auch nicht,
und es nützt nicht mal wirklich was, wenn man sich bewusst wird darüber, dass es diese kognitiven Dissonanzen gibt,
und dass es diese Verzahrung in der Wahrnehmung und der Beurteilung von Inhalten von den jeweiligen Sendern gi,
Dieser Prozess läuft automatisch und da ist er wirklich da. Das heißt, wenn jemand schon eingefüllt ist, als vertrauenswürdige Quelle, dann ähm ist es leichter auch die Sachen von ihm abzukaufen
von denen er vielleicht überhaupt keine Ahnung hat
Es ist einfach schwieriger, sich jedes Mal neu zu vergewissern, dass eine bestimmte Quelle auf vertrauenswürdig ist und eine Person, Ahnung von dem Klima hat, zu dem er spricht.

[10:51] So, was wäre aber, wenn wir anders vorgehen würden und nicht mehr die Personen verherrlichen würden, sondern die ähm Themen und Aussagen.

[11:02] Wenn wir anstatt die Emmanuel Kantstraße.
Zum Beispiel die Straße zum Kategorischen Imperativ hätten. Damit könnte man die Ideen würdigen, ohne quasi den ganzen Kontext und den Müll, der vielleicht eine Person sonst noch verzapft hat, ähm mitzukaufen,
Natürlich kann's auch hier sein, dass bestimmte Ideen über die Zeitgeschichte an Wert verlieren oder vielleicht sogar irgendwann,
moralisch verwerflich erscheinen.
Vielleicht müsste irgendwann die Straße zum kategorischen Imperativ umbenannt werden, in na, sagen wir mal, den Weg zum ähm Kontext abhängigen Relativismus,
aber auf dem Weg dorthin dürften wir erst einmal lernen, uns darüber Gedanken zu machen, für was wir die Person eigentlich ihren denen wir ein Denkmal setzen wollen.
Und dabei hätten wir wunderbar die Gelegenheit, die Fähigkeit zu trainieren, zu unterscheiden, dass Menschen beide Seiten haben
dass sie auf der einen Seite gute Kochbücher schreiben können und auf der anderen Seite vielleicht keine Ahnung von Geschichte oder der Weltwirtschaft haben. Dass sie vielleicht einen Sportclub managen können, aber trotzdem zu gierig sind, um die Steuern zu bezahlen.
Und auch Kinder werden irgendwann erwachsen,
und dann je mehr sich selbstständig leben können, setzen sie sich damit auseinander, was an den Eltern gut war und was vielleicht schlecht war.

[12:32] Und das ist ein wichtiger Prozess der Emanzipation und der Autonomie.

[12:39] Und vielleicht muss auch so die ganze Gesellschaft durch eine Phase der Pubertät und der Repellion gehen, um die.
Ähm Elternfiguren von den Sockeln zu schmeißen, die personifizierten Helden, das personifizierte, gute zu untersuchen und einer kritischen Prüfung zu unterziehen.
Und dann zu dem Schluss zu kommen, dass bestimmte differenzierte Teile.
Nämlich bestimmte Handlungen bestimmte Ideen, es wert sind weitergetragen zu werden und andere ähm verworfen werden müssen.

 
 
 
 
 
 
 

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